Meadow Mountain Studio Teil II



Nach unzähligen Jahren der digitalen Musikbearbeitung und mehreren erfolgreichen Projekten, welche ausschliesslich "in the Box" gefertigt wurden, ist die Zeit gekommen, zu neuen Ufern aufzubrechen und in die analoge Welt der Klangveredelung einzutauchen. Wie sich im Nachhinein herausgestellt hat: Ein Fass ohne Boden! Gehen wir jedoch zuerst auf die Umstände und Beweggründe zurück, welche zu diesem weitreichenden Entscheid geführt haben.


The Beginning

Im Rahmen der letzten Albumproduktion der feurigen Prog-Metal-Band "Divus" haben die beiden Kreativköpfe der Truppe die Grenzen des alten Recording-Setups von Divus Records schonungslos ausgereizt und die Gerätschaften zum Glühen gebracht. Die Folgen davon sind unübersichtliche, mit Plugins aufgeblähte Pro-Tools-Sessions und ein sich unter der Vollauslastung nahe am Hitzetod befindender Mac Pro gewesen.  Hinzu kommt, dass die bekannten digitalen Bearbeitungstools marktführender Hersteller nicht die gewünschten Effekte auf die proklamierte herausragende Audioqualität erzielt haben und sich aufgrund fehlender Regler und Knöpfen nicht gleich intuitiv und direkt bedienen lassen wie ihre analogen Brüder- und Schwesterchen. Trotz unzähligen Tricks, entzündeten Trommelfelle und vielzähligen Stunden Mixing-Knochenarbeit ist die räumliche Darstellung, die differenzierte Tiefenstaffelung und die Wärme analoger Musikproduktionen unerreicht geblieben. Nach einem enthüllenden Vergleichstest bei einem befreundeten Studiobesitzer, welcher uns freundlicherweise die Erlaubnis erteilt hat, die bereits abgemischten Tracks durch seine unzähligen Top-Geräte (Shadow Hills, IGS, Gyraf, Kush, Burl) zu jagen, ist uns die Entscheidung, der Liga der analogen Musikbearbeitung beizutreten, äusserst leicht gefallen. Aus diesem Grund mussten schwerere Geschütze aufgefahren und das Studio mit analogen Rauschkisten und fetten Klangerzeuger aufgerüstet werden. Parallel dazu hat sich langjähriger Freund und Studiomitinhaber, Simon Roth, unverhofft entschieden, seine eigene Wege zu gehen und die bisherige Zusammenarbeit zu künden. Damit sind die Voraussetzungen für ein wettbewerbsfähiges und top ausgestattetes Studio sowie die Grundlage der heutigen autonom geführten Klangkaserne geschaffen worden.

Ausstattung

Chandler Limited EMI TG 12345 Curve Bender

"Fett, färbend, rotzig und unverkennbar!" Dies sind nur ein paar wenige Attribute, welche diesem unerbittlichen Soundmonster angehängt werden. Die Liste könnte nach meinem Empfinden beliebig lang mit Liebes- und Lobeshymnen fortgeführt werden, tut hier aber nichts zur Sache. Was jedoch feststeht, ist, dass diese kleine Rauschkiste mit den auffallend feurig roten Knöpfen garantiert einen felsenfesten Platz im Rack einnimmt und bei fast jeder Session zum Dauereinsatz kommt. Ebenso berauschend sind auch die musikalischen Mitten und die Räumlichkeit, welche beim Einschalten der blau schimmernden Knöpfe einem eher unspektakulären Mix eingehaucht werden und den weiteren Masteringprozess beinahe erübrigen. Um diese überzeugenden Klangeigenschaften, auf welche bereits Pink Floyd (Dark Side of the Moon) und die Beatles (Abbey Road) bei ihren Produktionen zurückgegriffen haben, auch zukünftigen Kunden der Klangkaserne anbieten zu können, haben wir keine Zoll- noch Importkosten gescheut, diesen feinen amerikanischen Export in die Schweiz einzufliegen und an unser dichtes Stromnetz anzuhängen. Überzeugt euch jedoch selbst: Curve Bender in Action!


Chandler Limited EMI TG12413 Zener Limiter

"knackig, nobel, warm und mitten ins Gesicht!" Passend zum Frequenzbieger gehört der aggressive Dynamikformer vom Hause Chandler zum festen Inventar der Klangkaserne. Seine Stärken zeigt er eindrücklich beim Mästen von dünn klingenden Drums, welche nach seinem hemdsärmeligen Eingreifen unmittelbar zum Leben erweckt werden und nach seiner schonungslosen Klangkur grösser, räumlicher und kräftiger denn je klingen. Genau so stark zeigt sich der Zener, welcher übrigens seinen Namen der Zenerdiode (Spannungsregler) zu verdanken hat, im Anwendungsbereich des Masterings. Dort leimt er die einzelnen Instrumente mit seiner Limit-Funktion zusammen und gibt dem Track den letzten musikalischen Feinschliff. Auch hier findet man im Netz genügend aussagekräftige Soundsamples: Zener in Action!


Hendyamps Michelangelo EQ